Keratin
 
   
 
 
Was ist Keratin

Keratin (von griech. kéras, Genitiv kératos = Horn) oder Hornsubstanz ist ein Sammelbegriff für verschiedene wasserunlösliche Faserproteine, die von tierischen Organismen gebildet werden. Aufgrund ihrer molekularen Konformation (α-Helix oder β-Faltblatt) unterscheidet man α- und β-Keratine.

α-Keratine sind der Hauptbestandteil von Säugetierhaar, Reptilienschuppen, Federn, Nägeln und Klauen, Hörnern und der Barten der Wale. Die Festigkeit dieser Keratine wird durch Faserbildung verstärkt: die einzelnen Aminosäureketten bilden eine rechtsgängige Alpha-Helix. Mehrere dieser Helices bilden eine linksgängige Superhelix (= Protofibrille). Mehrere Protofibrillen vereinigen sich zu einer Mikrofibrille – diese vereinigen sich ihrerseits zu Bündeln und bilden Makrofibrillen aus, die die Zellen des Haares umgeben.

Vor der Verhornung sowie allgemein in Epithelien der Wirbeltiere und anderer Tiergruppen liegen α-Keratine (oder Cytokeratine) in Form von Keratinfilamenten vor. Diese gehören zu den Intermediärfilamenten, welche zusammen mit den Mikrotubuli und Mikrofilamenten das Zytoskelett der eukaryotischen Zellen bilden. Derzeit sind 20 verschiedene Cytokeratin-Proteine bekannt (siehe Tabelle), deren Molekülmasse zwischen 40 und 68 kDa liegt. CK1–CK8 werden zur neutral-basischen Typ-A Subfamilie gezählt, während CK9–CK20 die saure Typ-B Subfamilie darstellen. Diese bilden paarweise in den Intermediärfilamenten einen Heterodimer-Komplex bestehend aus einem Typ-A und einem Typ-B Cytokeratin. Die Verteilungsmuster dieser Komplexe unterscheidet sich in den einzelnen epithelialen Zellen erheblich, sodass mit einem Antikörpernachweis gegen die Subtypen CK1–CK20 die Herkunft dieser Zellen eingegrenzt werden kann. Dies macht man sich in der Medizin in der pathologischen Diagnostik zu nutze, um die Herkunft von Tumormetastasen bestimmen zu können.